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RSS – Das vergessene Format

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RSS-Feeds geraten mehr und mehr in Vergessenheit. Immer mehr Betreiber und Autoren von Webseiten und Blogs bieten diesen Service nicht mehr an oder vernachlässigen dieses Anzeigeformat. Schade… dabei bietet es neben sozialen Medien wie Facebook oder Twitter, Besucher zu erreichen und mit ihnen in Kontakt zu bleiben.

Für Nutzer dieser RSS-Feed bietet sich die Möglichkeit, schnell einen Überblick über eine Vielzahl von favorisierten Blogs und News-Seiten zu erhalten, ohne jede Seite einzeln zu besuchen.

Leider ist dieses tolle Format seit der Einstellung des Google Readers 2015 etwas in die Vergessenheit geraten.

In diesem Artikel möchten wir etwas Werbung für diese großartige Möglichkeit an Informationsbeschaffung machen und hoffen Euch ein bisschen zur Nutzung dieses Services zu motivieren. Dazu zeigen wir Euch wie Ihr einen passenden RSS Feedreader für Euch findet und eure Lieblingsseiten darin hinzufügt.

 

Was ist RSS?

Hier möchten wir uns schon mal entschuldigen, das wir RSS als Synonym für Web-Feeds verwenden. Denn RSS, Really Simple Syndication oder Rich Suite Summary ist nur ein Dateiformat von dem mehrere Versionen existieren (die untereinander teils nicht kompatibel sind). Der Anfang wurde 1999 von der Firma Netscape gemacht – von verschiedenen Entwicklern weiterentwickelt ist momentan Version 2.0 aktuell.

Als Konkurrenz zu RSS wurde das Dateiformat Atom entwickelt.

Was jedoch alle Formate gemeinsam haben ist, dass sie von den meisten CMS-Systemen (wie auch WordPress) automatisch generiert werden und mit einem entsprechenden Client, sogenannten Feed-Readern (früher News-Readern) ausgelesen werden können. Diese gibt es als Web-Service oder als eigenständiges Programm.

 

Wie funktioniert RSS?

Wir wären kein Techblog, wenn wir nicht etwas hinter die Technik von RSS schauen würden. Also wie funktioniert ein Web-Feed?

Die Webseite, die einen RSS Feed bereitstellt, generiert jedesmal, wenn ein neuer Beitrag veröffentlicht wird eine XML-Datei verschiedenen Meta-Daten über den Beitrag. Diese XML Datei wird vom Feed-Reader in einem spezifiziertem Intervall (z. B. alle 30 Minuten) abgerufen und mit den bereits erfassten Daten abgeglichen.

RSS Code

Der Inhalt, der neu hinzugekommen ist wird als neuer Beitrag dargestellt. Meist läuft diese Abfrage als Hintergrunddienst und da nur eine einzelne XML-Datei abgerufen werden muss, ist die benötigte Bandbreite sehr gering bzw. die Ladezeit sehr schnell.

Öffnet der Nutzer einen Beitrag zur Ansicht, werden die entsprechenden Daten bzw. Medien vom Server on demand nachgeladen.

 

Was für Vorteile bringt mir RSS?

Der gravierende Vorteil von Web-Feeds ist, dass man sich schnell über alle neuen Inhalte von vielen verschiedene Seiten informiert wird. Man verpasst keine neuen Beiträge auf Blogs oder Seiten, auf denen nur wenig Beiträge veröffentlicht werden.

FeedaFever

Die Feedreader bieten meist umfangreiche Funktionen zur Sortierung und Gruppierung von Webseiten mit ähnlichen Themengebieten. Außerdem greift man im Gegensatz zu Newslettern oder sozialen Medien anonym auf die entsprechenden Seiten zu.

 

Einen passenden Feedreader finden

Das Erbe des eingestellten Google Readers nahmen verschiedene Dienste und Programme mit unterschiedlichen Ausrichtungen an. Hier muss man zunächst entscheiden, ob man lieber einen Web-Dienst in Anspruch nehmen möchte oder doch lieber einen Client der als Programm auf dem lokalen PC läuft.

RSS bietet die Möglichkeit, Inhalte von vielen Seiten gebündelt darzustellen

Der Vorteil eines Webdienstes ist, dass man diesen von überall aus erreichen kann – man ist also nicht nur auf einen Rechner beschränkt bzw. muss ein Programm auf mehreren Rechnern installieren. Es gibt hier eine Vielzahl an Diensten die mit unterschiedlichen Funktionen aufwarten. Teilweise sind diese jedoch in Form eines Freemium-Abos kostenpflichtig.

Eine Auswahl an Web-Diensten haben wir hier für Euch zusammengestellt:

  • Feedly – https://feedly.com/ – der wohl bekannteste Feed-Reader hat einen Großteil an ehemaligen Google Reader Nutzern aufgefangen. Der Dienst ist in den Grundfunktionen kostenlos, erweiterte Funktionen wie Suche, etc. sind kostenpflichtig. Neben der Webseite existieren auch Apps für Android und iPhone.
  • Inoreader – https://www.inoreader.com/ – ähnlicher Ansatz wie bei Feedly, jedoch ein feiner abgestuftes Abo-Modell. Auch hier gibt es Apps für Android, iPhone und Windows Phone
  • Feedbin – https://feedbin.com/ – funktional ähnlich, wie bereits vorgestellte Feed-Reader, jedoch nur als kostenpflichtige Version verfügbar.

Hat man eigenen Webspace, kann man selbst einen Feedreader hosten. Das ist unserer Meinung nach die beste Alternative, wenn man keine monatlichen Kosten für den Feed-Reader haben möchte

  • TinyTinyRSS – https://tt-rss.org/ – TTRSS ist ein Open-Source Feed-Reader der relativ einfach auf dem eigenen Webspace installiert werden kann. Er benötigt zum Betrieb lediglich einen Webserver mit PHP sowie MySQL Unterstützung. Zusätzlich kann er mittels Plugins sowie Themes an die persönlichen Bedürfnisse angepasst werden.
  • Fever – https://feedafever.com/ – ein weiterer Feed-Reader der selbst gehostet werden kann. Wurde leider vom Entwickler eingestellt und ist daher nur noch für bestehende Kunden verfügbar. Für mich persönlich der beste Feed-Reader mit einigen einzigartigen Funktionen.

Bevorzugt man ein Programm gegenüber einem Webdienst stehen folgende Möglichkeiten zur Verfügung:

  • Microsoft Outlook, Mozilla Thunderbird, diverse Browser – Nutzt man zum Beispiel Microsoft Office hat man eigentlich einen Feed-Reader schon an Bord – Denn Outlook, Mozilla Thunderbird und diverse Webbrowser unterstützen von Haus aus schon Web-Feeds
  • RSSOwl – http://www.rssowl.org/ – Ein weiterer lokaler Client ist RSSOwl. Dieser ist als Open-Source Software für verschiedene Plattformen (u. a. auch MacOS) verfügbar.

Da es eine Vielzahl an weiteren Clients gibt, haben wir hier nur eine Auswahl vorgestellt. Noch mehr Clients für die unterschiedlichsten Plattformen findest Du zum Beispiel unter http://alternativeto.net/software/google-reader/.

Solltet Ihr eine Alternative kennen, die Ihr uns empfehlen könnt, dürft Ihr das gerne in den Kommentaren tun.

Feeds finden

Nun kommen wir zur eigentlichen Schwierigkeit – das viele Seitenbetreiber den Nutzen von Web-Feeds nicht oder nicht mehr schätzen und die Adresse zum Feed nicht publizieren.

In der Regel ist der Link hierzu mit dem Symbol zum Feed zu finden. Hält man nach diesem Ausschau, findet man oft den RSS-Feed.

RSS Symbol

Zum Beispiel auf der Seite https://www.pcgameshardware.de ist die Adresse zum Feed auf den ersten Blick nicht sichtbar – erst wenn man mit der Maus auf die Symbole zu Facebook und Co fährt, offenbart sich der Link zum RSS-Feed

RSS Feed - Wo finden?

Wie anfangs schon erwähnt, machen sich viele Seitenbetreiber nicht mehr die Mühe, den RSS-Feed zu publizieren, weil sie dessen Nutzen nicht kennen oder unterschätzen. Dabei generiert meistens das verwendete CMS-System diesen Feed automatisch.

Daher hat man gute Chancen einen “versteckten” RSS-Feed zu finden, indem man an die Webseiten-URL einfach mach /feed oder /feeds anhängt. Oftmals erreicht man so den Web-Feed. Das funktioniert so bei allen Seiten die auf WordPress basieren.

 

Wir hoffen, wir konnten Euch das Thema RSS etwas näher bringen bzw. Euer Interesse etwas wecken. Unseren Feed findet Ihr unter:

http://feeds.feedburner.com/fr0mbeyond 

Und wir appellieren an andere Blogger und Seitenbetreiber den RSS-Feeds mehr Zuwendung zu gönnen.

 

Patrick

Gründer und Autor von frombeyond.de – Seit 25 Jahren im Bereich IT unterwegs, leidenschaftlicher Computerspieler, Technik-Freak und begeistert von allem was einen Motor (Auto/Motorrad/Flugzeug) hat.

Nutzt Zuhause openHAB2 zusammen mit HomeMatic Komponenten sowie netatmo als Wetterstation. InfluxDB und Grafana zur Auswertung.